Michael Schultz Daily News Nr.512

Berlin, den 10 September 2013

Liebe Freunde,

durch eine flapsige und überhaupt nicht ernst gemeinte Antwort von US-Außenminister John Kerry auf die Frage eines britischen Journalisten, ob es denn für das Assad-Regime noch Möglichkeiten zur Verhinderung eines Militäreinsatzes  gäbe, ist Bewegung in den Syrienkonflikt gekommen. Assad könne einen Militärschlag nur noch dann verhindern, wenn er binnen einer Woche sein Chemiewaffen-Arsenal der internationalen Gemeinschaft überlässt. Russische Diplomaten haben diese Äußerung aufgegriffen, mit dem Regime in Damaskus verhandelt und den Despoten dazu gebracht diesem eigentlich nur so daher gesagten Vorschlag zu folgen. Putin hat das Heft in die Hand genommen und die Weltgemeinschaft mit einer machbaren diplomatischen Lösung überrascht. Die Kriegswerber der US-Diplomatie haben durch das rechtzeitige Eigentor ihres Chefdiplomaten diese Situation erst möglich gemacht. Dadurch wurde nicht nur Augenhöhe geschaffen, die Chemiewaffen verschwinden und der US-Kriegseinsatz ist vom Tisch. Zu hoffen bleibt, dass durch Weiterbetreibung der diplomatischen Bemühungen der syrische Konflikt friedlich beendet werden wird.

Analysten und Sachkenner bescheinigen dem Kunstmarkt einen derzeit nicht aufzuhaltenden Boom. ihre Recherchen werden in den einschlägigen Blättern (FAZ, Welt, Handelsblatt etc.) veröffentlicht und heizen den Markt mit an. Der 'Artinvestor' titelt seine aktuelle Ausgabe 'Es ist heiß auf dem Kunstmarkt' und liefert dazu in mehreren Artikeln eine gut aufbereitete Übersicht auf das aktuelle Geschehen im internationalen Kunstmarkt. Erstmals werden auch die Umsätze einiger Kollegen veröffentlicht; mit 925 Millionen US  Dollar führt Larry Gagosian die Hitliste an. Es folgen Pace mit 450 Millionen; Aquavella mit 400 Millionen; L&M Arts mit 275 Millionen; David Zwirner mit 225 Millionen; Iwan Wirth mit 225 Millionen und Marian Goodman mit 150 Millionen. Allesamt in Amerika beheimatete Kunsthändler. Europäische Kollegen kommen an diese Umsätze nicht heran, machen aber ein ebenso gutes und solides Geschäft. 

Das Heft analysiert das gesamte Marktgeschehen und beantwortet wichtige Fragen wie z.B. zur Verteilung der enormen Gewinne, zu den Kosten einer Ausstellung und zur finanziellen Situation der Museen in Deutschland. Gut gemachte Storys, deren Zahlenwerk durch angehängte Anekdoten spannend und lesbar ist. Interessant für Profis und aufschlussreich für Einsteiger. (ARTINVESTOR 05/13, € 8.50, an jedem guten Kiosk) 

In unserem Büro hat der Wasserteufel zum zweiten Mal zugeschlagen. Durch einen Rohrbruch wurde die Redaktionsstube komplett zerstört; es wird einige Zeit dauern, bis der Arbeitsplatz wieder völlig hergestellt sein wird. Aber keine Sorge, der Newsletter wird wie gewohnt pünktlich und mit der bekannten Themenvielfalt allmorgendlich auf den Schirm flattern.

Das Wetter ist auch nicht mehr das, was es einst war. Viel Regen und wenig Sonne ist angesagt. Uns lässt das kalt, wir ignorieren und warten auf bessere Zeiten.

Ganz zum Schluss noch etwas zum Schmunzeln: der umtriebige und extravagante Modemacher Harald Glööckler hat seine erste Pferde-Kollektion auf den Markt gebracht. Fliegenhaube, Bandagen, Halfter und Abschwitzdecken im Krönchen Design - eine neue Modelinie für das eitle Pferd. Warum nicht. 

Das war's für heute. Bis morgen sende ich die besten Grüße.

Michael