Michael Schultz Daily News Nr.495

Lombok, den 16. August 2013

Liebe Freunde,

die Zeit auf der einsamen Insel neigt sich dem Ende zu. Am Sonntag geht es aller Früh nach Singapur, und von dort dann am Montag kurz vor Mitternacht wieder zurück nach Berlin. Schade, dass die Zeit vorbei ist; aber ich freue mich auch sehr auf meine Arbeit und bin bereits ein wenig unruhig. Vermissen werde ich meinen Urlaubsalltag, für den ich mir einen festen Rhythmus festgelegt hatte: morgens 1 Stunde Wassersport, danach die ersten Gedanken und Recherchen für den Newsletter verfassen, dann Frühstück, dann ein wenig schwimmen, dann Massage/Anwendungen und dann die Daily News fertigmachen. Wenn das alles erledigt ist, dann ist es in Lombok zwischen 15 und 16 Uhr, und es ist noch genügend Zeit für Ausflüge oder andere Aktivitäten wie z.B. Golfspielen.

Als ich einem Freund, der seit einigen Jahren auf Bali lebt, erzählte dass ich für 3 Wochen nach Lombok reise, sagte er zu mir: was willst du denn dort so lange?! Für ihn, aber auch für das Hotelpersonal ist dies eine erschreckend lange Zeit. Mit meinem Rhythmus jedoch wurde es mir nie langweilig, und ich konnte mich sogar auf das weniger arbeitsreiche Wochenende freuen. 

Das steht nun auch bevor, und zumindest morgen (Nationalfeiertag in Indonesien) wird das Wassersport/Massage- und Golfprogramm nochmal voll gefahren. Mein Ziel, die Krücken hier zu lassen, werde ich leider nicht erreichen, aber es geht schon so gut, dass ich 18 Loch auf dem Golfplatz (mit Elektrocar) einigermaßen überstehe. Das verdanke ich meinen intensiven Wassersportübungen, zu denen der GMX Informationsdienst heute u.a. folgendes schreibt: Aqua-Fitness ist effektiver als Ausdauertraining - bei diesem Sport werden mehr Kalorien verbraucht als beim Joggen. Richtig angewendet trägt Wassertraining zur Prävention von Erkrankungen bei und eignet sich bestens zur Rehabilitation, aber auch als Fitnesstraining. Der Wasserdruck hat Eigenschaften, die sich positiv auf die Gefäße und auf das Herz auswirken, und durch den Auftrieb und die Reduktion des Körpergewichtes auf 10% werden besonders die Gelenke geschont. Durch die Massagewirkung werden Haut und Bindegewebe gefestigt; Cellulite allerdings wird dadurch nicht entfernt. Schlussendlich werden durch Wasserfitness in einer halben Stunde 400 Kalorien verbraucht; an Land nur 300. Dies liegt im Besonderen an der durch die niedrigere Wasser- als Körpertemperatur, wodurch der Stoffwechsel angeregt und erhöht wird. 
Ich für meinen Teil bin vom von sportlichen Aktivitäten im Wasser recht angetan und kann dazu nur raten.

Sportlich geht es am Wochenende bei der Leichtathletik-WM in Moskau weiter. Als erster Medaillengewinner widmete der US-Amerikaner Nick Symmonds seine im 800 Meterlauf erkämpfte Silbermedaille aus Protest gegen den Druck auf Homosexuelle diese seinen schwulen und lesbischen Freunden. 'Egal ob du schwul, hetero, schwarz oder weiß bist: wir alle verdienen dieselben Rechte'.  Damit kritisiert er offen das international geächtete russische Verbot von 'Homosexuellen-Propaganda' und riskiert seine Verhaftung. Der offene Hass gegen die Schwulen ist nicht nur in Russland Synonym für die Unterdrückung von Minderheiten. Diese gilt es zu schützen; dort und überall.

Der deutsche Fußball hat mit dem 3:3 im Länderspiel gegen Paraguay einen herben Dämpfer erlitten. Joachim Löw wünschte sich ursprünglich Brasilien als Gegner; daraus wurde nichts - Gott sei Dank. Denn dann wäre es noch schlimmer gekommen. Gegen die lateinamerikanische 'Samba'-Truppe reichte es nur zum Unentschieden, und in diesem Zustand brauchen die bundesdeutschen Kicker bei der im kommenden Sommer in Brasilien ausgetragen WM erst gar nicht anzureisen. Der deutsche Fußball überschätzt sich gerne selbst; woran das liegt, muss noch erforscht werden.

Auch in der noch jungen Bundesliga-Saison wird ab morgen wieder gekickt. Dabei haben die Bremer bei einem Heimspielsieg gegen Augsburg größte Chancen, seit langem mal wieder die Tabelle anzuführen. Hertha und Dortmund spielen erst am Sonntag, und wenn die Berliner in Nürnberg gewinnen, bleiben sie oben mit dabei. Ausgerechnet jetzt, wo in der Hauptstadt mal wieder attraktiver Fußball gespielt wird, bekommt der Verein durch seinen Trikotsponsor deutsche Bahn (DB) große Imageprobleme. Wegen Personalmangel wurden Zugverbindungen gekippt und ganze Regionen vom Intercity-Netz abgekoppelt. Rüdiger Grube, der Chef des Katastrophen-Unternehmens, versucht zu retten was zu retten ist und bittet in persönlichen Telefongesprächen die Mitarbeiter zum Abbruch ihres Urlaubs. Eine löbliche Initiative, die hoffentlich nicht dazu führt, dass Grube im Falle einer Niederlage seiner Herthaner höchstpersönlich die nächste Mannschaftsaufstellung telefonisch durchgibt.

Hertha und die deutsche Bahn verbindet die Seuche. Mal sehen, wer von beiden eine bessere Saison haben wird. Sollten es die Fußballer werden, wovon man ausgehen kann, dann ist der Sponsorwechsel wichtiger als  jede Neuverpflichtung. Der Kolonialwarenfilialist 'Edeka' hat wohl bereits Interesse bekundet. Auch nichts Großes, aber weniger belastet.

Viel Spaß beim Zuschauen und ein angenehmes Wochenende. Gruß und bis Montag.

Michael