Michael Schultz Daily News Nr.479

Singapur, den 25. Juli 2013

Liebe Freunde,

wie angekündigt, ist dies der erste Newsletter aus der Ferne. Heute Mittag 15.50 Ortszeit bin ich hier in Singapur gelandet. Die Temperaturen sind ähnlich wie in Deutschland, nur mit höherer Luftfeuchtigkeit.

Singapur als Destination gehört seit drei Jahren zum festen Bestandteil unseres Messeprogramms. Das professionelle Management um den legendären Lorenzo Rudolf hat uns seiner Zeit überzeugt. Auf der 'Art Stage Singapore' werden wir auch im kommenden Jahr wieder dabei sein, dann mit einem speziellen Programm: Es wird eine Gegenüberstellung geben mit der Kunst von Andy Warhol, Gerhard Richter und atelierfrischen keramischen Arbeiten von Ma Jun. Ein aufregendes kuratorisches Experiment; auf die Reaktion der Sammler sind wir schon jetzt gespannt.

Ursprünglich wollten wir dieses Messeformat ausschließlich und langfristig mit chinesischer Kunst bespielen. Das taten wir auch bei unserer ersten Teilnahme. Huang He, Zou Cao, Huang Min und Ma Jun waren die Künstler. In den nachfolgenden Jahren haben wir unser Konzept ein wenig verändert und zum Stamm unserer chinesischen Künstler auch Positionen aus dem koreanischen und deutschen Programm hinzugefügt. So sind in diesem und im letzten Jahr gut beachtete Messestände entstanden; vergangenes Jahr haben wir es mit unserer Präsentation immerhin auf die Titelseite der wichtigsten Tageszeitung, der 'Straits Times' geschafft.

 
Blick in unseren Messestand aus dem vergangenen Jahr: die 'Campbells' von Andy Warhol im Spannungsfeld von Anselm Reyle und einem Skulpturenensemble von Ma Jun.

Bevor wir uns für die Bewerbung neuer Kunstmessen entscheiden, gibt es grundsätzlich intensive und lange Diskussionen. Für Singapur hat uns in erster Linie das Messekonzept und in zweiter Linie der Standort überzeugt. In Singapur wird, davon sind wir überzeugt, in absehbarer Zeit der wichtigste asiatische Kunstmarkt entstehen.  Die Finanzwelt eilt diesem voraus: Schon jetzt wird dort mehr "überflüssiges" Vermögen als in der Schweiz geparkt. Die Geschichte hat's gezeigt; nach einer gewissen Inkubationszeit wird das Geld auch dort ausgegeben, wo es lagert. Die Finanz- und Steuerbehörden  tun alles, um dies zu ermöglichen.

Mit Unterstützung der Regierung wurde in den Gillman Barracks ein internationales Galerienzentrum ins Leben gerufen;  Kollegen aus aller Welt haben sich dort niedergelassen. Aus Deutschland sind dies u.a. Michael Janssen und Matthias Arndt. Auch uns hat man ein fast nicht abzulehnendes Angebot gemacht, doch mit den Standorten in Seoul und Beijing sind wir mit Arbeit so gut versorgt, dass wir das Thema ad acta gelegt haben.

Durch unsere Messetätigkeit gibt es gute Kontakte zu Kollegen und Sammlern. Einige wenige von diesen werde ich während meines kurzen Aufenthalts besuchen.

Aus dem Irak erreicht mich gerade folgender Witz: Ein kleiner Junge trifft den amerikanischen Präsidenten und fragt ihn: 'Mr. Präsident, mein Papa sagt, dass Du mein Computer liest. stimmt das?' Antwort Obama: 'Das ist gar nicht Dein Papa.' So kanns gehen.

Euch wünsche ich einen schnüffelfreien Donnerstag und sende  die besten Grüße. Bis Morgen.

Michael