Michael Schultz Daily News Nr.473

München, den 17. Juli 2013

Liebe Freunde,

gestern hat sich die Zustellung unseres Newsletters um Einiges verzögert. In unserem Supermailer waren plötzlich alle Kontakte gelöscht, und es gab keine nachvollziehbare Erklärung dafür. Angesichts der anhaltenden Diskussion über den Eingriff englischer und amerikanischer Geheimdienste in unser Mailsystem könnte man auf dumme Gedanken kommen. Ein Schelm, wer jetzt Böses denkt.

Die Probleme konnten aus eigener Kraft gelöst werden. Wir  bedauern die verspätete Zusendung.

Es gibt eine Erwartungshaltung um pünktliche Zustellung, und die ist auch gut so. In der Regel gehen die News gegen 11 Uhr raus; geschrieben werden sie in der Früh zwischen 6 und 8 Uhr, und ab 10 Uhr wird formatiert und versendet. Manchmal hakt es und das tut uns dann am meisten leid. Dafür, aber auch als Wiedergutmachung flattert der Newsletter heute überpünktlich auf den Schirm.

Mit dem Süden der Republik betreiben wir einen intensiven innerdeutschen 'Kulturaustausch'. Galerien und Institutionen im Großraum München haben großes Interesse an unserem Programm, und zeigen in regelmäßigen Abständen Neues aus den Ateliers. Aber auch eine Reihe guter Sammler sind im Süden zu Hause und wollen regelmäßig informiert werden.  Größtenteils geschieht dies übers Netz; mitunter aber ermöglichen persönliche  Besuche einen besseren Gedankentransfer, und zur Pflege dieser wichtigen Kontakte reise ich in regelmäßigen Abständen nach München. So auch jetzt.

Ausstellungsvorhaben von Helge Leiberg, Burkhard Held und Bernd Kirschner wurden auf den Weg gebracht. Cornelia Schleime und SEO sind in einer Gruppenausstellung untergebracht worden. Die Gespräche mit den Sammlern sind gut verlaufen. Alles in allem ein positiv verlaufender Sommertrip. Der Atelierbesuch bei Sabina Sakoh, mithin das Wichtigste dieser Reise, findet heute kurz vor dem Rückflug statt. Wie immer, so gehe ich auch heute davon aus, dass mir ihre neuen Bilder genügend Energie für die Rückreise mit auf den Weg geben.

Wenn alles so kommt wie geplant, dann will ich am Freitag nach Istanbul reisen. Auch dort gibt es einiges zu erledigen: einerseits muss die Zusammenarbeit mit der neugegründeten ALTA Galeri festgezurrt werden, und zum anderen bin ich in das Beratungsgremium der 'Istanbul Contemporary' berufen worden. Dort steht mein Antrittsbesuch an.

Für die kommende Woche habe ich die Reise zu meinem lange geplanten Sommerurlaub vorgesehen. Am Mittwoch will ich zu einer speziellen Ayurvedakur auf die indonesische Insel Lombok aufbrechen. Das geht aber nur, wenn wir die noch ungeklärten Zollprobleme in Beijing aus der Welt schaffen. Sollte dies nicht der Fall sein, dann fällt der Urlaub flach und die Reise geht dort hin.

Erfreulicherweise werden die beiden Sommerausstellungen von Rebecca Raue und Kim Sangyeon überdurchschnittlich gut besucht. Zwischen 10 und 14 Uhr gestern war permanent Besuch bei uns. Und das im Hochsommer. So kanns weitergehen.

Weniger Erfreuliches erforschten Wissenschaftler der Universität Bremen. Im Auftrag der Bertelsmann Stiftung durchleuchteten sie 34 Staaten auf ihren gesellschaftlichen Zusammenhalt und die soziale Verträglichkeit der Bevölkerung. Deutschland belegt in diesem Ranking lediglich Platz 14. Die Wissenschaftler führen das schlechte Abschneiden Deutschlands auch darauf zurück, dass unterschiedliche Lebensmodelle anscheinend immer weniger akzeptiert werden. Die Identifikation mit der eigenen Nation sei ebenfalls geringer als in den Vergleichsstaaten. Gute Rahmenbedingungen für starken Zusammenhalt sind Wohlstand, größere Einkommensgleichheit und die Entwicklung zur Wissensgesellschaft. In das Ergebnis flossen die Erkenntnisse aus neun Bereichen ein: soziale Netze, Vertrauen in Mitmenschen, Akzeptanz von Diversität, Identifikation, Vertrauen in Institution, Gerechtigkeitsempfinden, Solidarität und Hilfsbereitschaft, Anerkennung sozialer Regeln sowie gesellschaftliche Teilhabe.

Platz 1 belegt in dieser Studie Dänemark, Schlusslicht ist Rumänien. Dazwischen befinden wir uns im Mittelfeld. Wer hätte das gedacht.

Morgen wieder kommen die News aus Berlin. Bis dahin sende ich die besten Grüße aus München.

Michael