Michael Schultz Daily News Nr. 779

Michael Schultz Daily News Nr. 779

Wien, den 2. Oktober 2014

 

die gestern Nachmittag stattgefundene Eröffnung der 'VIENNAFAIR' kann als starker Auftakt bewertet werden. Kunstfreunde und Sammler mit Rang und Namen besuchten die Messe, in diesem Jahr aber nicht nur die allseits bekannten einheimischen;  auffallend deutlicher als in den vergangen Jahren war in diesem auch internationales Publikum zugegen. Mit einem kostspieligen Einladungsprogramm wurden rund 350 Kunstkäufer eingeladen, davon kommen 60 Prozent aus Westeuropa, 25 aus dem Osten und die restlichen 15 von Übersee. Lautete im vergangenen Jahr die Strategie noch, die Messe populärer zu machen - mit viel Aufwand wurden die Besucherzahlen um mehr als ein Drittel erhöht - so setzt man für dieses Jahr auf mehr Qualität. Gleichsam für Besucher wie für Aussteller. Die Anzahl letzterer verringerte sich von 127 auf nunmehr 99 Teilnehmer.

Im Sinne einer langfristig angelegten und schrittweisen Optimierung, vermelden die Veranstalter, soll das Messeformat für die Zukunft gesichert werden. Die Reduzierung der Aussteller ist ein erster großer Schritt, das sichert nicht nur mehr Aufmerksamkeit für künstlerische Positionen; wegen der großzügig angelegten Wege gleicht  der Besuch eher einer Museumsschau als einer Messeveranstaltung. Die für dieses Jahr neu angelegte Messearchitektur ergänzt den inhaltlichen Strukturwandel und wirkt sich spürbar positiv auf das Verweilen der Besucher aus.  Letztlich dienen die Veränderungen dem Nutzen der Aussteller.

 

Unter dem Motto 'The Century of the Bed' werben ausgewählte Wiener Galerien für einen gleichzeitig mit der Kunstmesse stattfindenden Ausstellungsmarathon. In 20 ausgewählten Ausstellungsorten schlagen international anerkannte Kuratoren ihre Projekte vor. Aus Frankfurt war Max Hollein angereist, um in der Galerie Thoman sein 'Little Nemo' zu inszenieren. Mit dabei sind internationale Stars wie John M Armleder, Tal R, Erwin Wurm, Franz West und Julia Bornefeld.

Mit ihrem Konzept, den Austausch zwischen den unterschiedlichsten Kunstszenen zu fördern und vor allem auch die Sammler stärker in das Programm zu integrieren, haben die Messeorganisatoren maßgeblich dazu beigetragen, die Wiener Galerien im internationalen Kunstmarkt nachhaltig zu verankern. Die Szene dankt und dokumentiert dies mit fast geschlossener Teilnahme. Unter den internationalen Ausstellern kommen die meisten aus Deutschland; darunter Volker Diehl aus Berlin und MaxWeberSixFriedrich aus München. Von weither angereist sind die Kollegen Carbon 12 aus den Vereinigten Arabischen Emiraten; die Shirin Gallery aus dem Iran; Steve Turner aus den USA und die Zilberman Galeri aus Istanbul. 

 

 

In einer spannungsvollen Zusammenstellung wurde unser Messestand konzipiert. Im Zentrum ein Großformat von Stephan Kaluza, rechts unten am Boden die aufsehenerregende 'Bürger'-Installation von MK Kähne. Auf der linken Bildseite im Hintergrund ein Werk aus SEOs 'Kalten Landschaften', und vorne links die eindrucksvoll mit einem Bleimantel umgarnte Lindenholzfigur von Jean-Yves Klein.

Wie immer in der Vergangenheit, so war auch unser diesjähriger Auftritt wohl bedacht. Die Wiener Sammler sind recht wählerisch und haben es gerne, wenn die mitgebrachte Kunst speziell auf sie ausgerichtet ist. Mit Rebecca Raue,  Andy Denzler, Damian Stamer und Bernd Kirschner, Maik Wolf, Sabina Sakoh und den oben genannten ist uns dies gelungen; erste Verkaufserfolge unterstreichen das.  

 

Die 'VIENNAFAIR' ist noch bis zum Sonntag geöffnet. Wegen des morgen bevorstehenden Feiertags vielleicht eine gute Gelegenheit, nach Wien zu reisen und sich dort von der Vielfalt der Kunstaktivitäten mitreißen zu lassen. Wir melden uns am Samstag wieder mit einem Zwischenbericht und einer Kurzfassung. 

 

 

 

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